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Seeraub in Bremen als Mittel in den innerbremischen Auseinandersetzungen

  • 19 / Februar 2018
  • 16:49

 Selbst angesehene Bremer Bürger waren verstrickt in die Beutezüge der Seeräuber oder betätigten sich selbst als Piraten. Der Bremer Kaufmann Johann Hollemann stellte zwischen 1356 und 1366, also gerade zur Zeit des 1358 von den Fernkautleuten erzwungenen offiziellen Eintritts Bremens in die Städtehanse, das wohl bekannteste Beispiel dar. Der wohlhabende Sohn eines bremischen Ratsherren begann, sich durch einen Seekrieg auf eigene Faust an den hamburgischen Kaufleuten zu rächen, weil er hohe Verluste dadurch erlitten hatte, dass ihm das löschen einer Schiffsladung in Hamburg nicht gestattet worden war.lm Weiteren schonten Hollemanns Läute weder Schiffe anderer Hansestädte noch scheute er sich, mit den feindlichen Rüstringern gegen seine Heimatstadt gemeinsame Sache zu machen oder er verhehlte gar seine Beute auch noch in Bremen an der Schlachte.

Daher verwundert es nicht, dass Hamburg 1358 die Stadt Bremen für diese Raubtaten verantwortlich machte und sogar mit Bremens Verhansung drohte. Bremen das sich ohnehin aufgrund der Fehde mit dem Grafen von Hoya, der ständigen Unruhe der Weseranrainer und der Missachtung des Embargos der Hanse gegen Flandern stark unter Druck befand, erkannte Hollemann jedoch nur das Bürgerrecht ab. Nachdem Holleman nach dem gescheiterten Bannerlauf vom September 1365, der sich gegen die Wahl und Zusammensetzung des Rates der Stadt richtete, als einer der Rödelsführer aus Bremen verbannt wurde, offenbarte sich seine Parteigängerschaft zu Erzbischof Albert 11. von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Das Segeln ins Eis und Suchen des WalsDie Hinrichtung Störtebekers und seiner siebzig Getreuer auf der Elbinsel Brook vor Hamburg im Jahr 1401. Ausschnitt Holzschnitt 1870

Dieser betrieb die Abschaffung des seine Rolle weiter schwächenden neuen Bremer Stadtrechts, weshalb er sich vehement für seinen alten Verbündeten Hollemann einsetzte. Als die erzbischöflichen Kriegsknechte im Mai 1336 als Revanche für die Verbannung der Bannerläufer in die Stadt Bremen eindrangen, diese plünderten, den hölzernen Roland verbrannten und der Rat die Stadt fluchtartig verlassen musste, trat erneut Hollemann in den Vordergrund, indem sein Haus zur Sicherung der erzbischöflichen Besatzung befestigt, mit Proviant versorgt wurde und er die Einführung des „Alten Rechts" und die Etablierung eines neuen Rates verkündete.

Auf dem 1366 einberufenen Hansetag. an den sich der vertriebene bremische Rat gewandt hatte. rächten sich die anderen Hansestädte an Hollemann, der ihnen ja schon lange erheblichen Schaden zugefügt hatte. Sie ächteten die Verräter" wobei speziell Hollemann erwähnt wurde. Doch bevor diese Ächtung Folgen nach sich ziehen konnte, stellten Kriegsknechte des Grafen von Oldenburg am 27. Juni 1366 den Status quo ante wieder her,indem sie die erzbischöflichen Besatzer überrumpelten und die ‚Verräter', unter ihnen Johann Hollemann, hinrichteten. Dem Erzbischof war damit der entscheidende Schlag im innerstädtischen Machtkampf versetzt worden, so dass er weiter an Einfluss verlor und aufgrund seiner akuten Verschuldung eine immer größere Zahl seiner Rechte an die Stadt verpfänden musste. 

Ein kurzer Einblick in die wechselhaften Auseinandersetzungen zwischen Bremen und den Freibeutern zeigt, dass es zwischen Kaperertum, Freibeuterei und Piraterie an der Weser und in der Nordsee nur graduelle Unterschiede gab; denn sie waren alle mit der gleichen Bürste geteert worden. Alle drei Varianten des Seeraubs befanden sich eindeutig im Konflikt-und Kampffeld zwischen Politik und Handel bzw. Wirtschaft und vermochten sich nur dort zu entfalten bzw.mußten dort auch wieder absterben. Abgesehen von einer kleinen Zahl von gefeierten, reichlich belohnten Freibeutern waren die eigentlichen Akteure, also die Kapitäne und ihre Mannschaften, zumeist nur Spielmasse ihrer Auftrag-oder Quartiergebef bzw. bewaffnete Bataillone zur See ihrer landes-oder stadtherrschaftlichen Autoritäten. Obwohl weder etwas über die Binnenstrukturen noch über die etwaigen Vorstellungen der Piraten von Gott und der Weltbekannt geworden ist, hat wohl kaum einer von ihnen Popularität, Vermögen oder ein besseres Leben erlangt.

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