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Schlachte-Kogge

  • 24 / Oktober 2017
  • 10:32

1991 machte man einen historisch besonders interessanten Fund: ln der Nähe des altstädtischen Weserufers, in Höhe des Hauses Schlachte 32, etwa 250 Meter unterhalb der Zweiten Schlachtpforte, wurden in einer Baugrube alte hölzerne Schiffsteile entdeckt. Die Wrackteile befanden sich in einer Tiefe von etwa vierzehn Metern unter dem Straßenniveau, und etwa zwei Meter unter dem Wasserspiegel der Weser. Zu sehen waren auf dem ersten Blick das Stück des Hecks und einer Seitenwand eines kieloben liegenden Schiffswracks. Das heutige Weserufer befindet sich etwa 25 Meter vom Fundort entfernt. Das bedeutet, dass sich die Uferzone des Schlachtebereichs seit dem Spätmittelalter deutlich in Richtung heutige Weser verschoben hat.

lm Frühjahr 1992 konnte der Fund geborgen werden und war damit einer eingehenden Begutachtung und Analyse zugänglich. Gemessen am ganzen Schiff, stellten die geborgenen Wrackteile nur einen geringen Teil dar. Es handelte sich um die untere Heckpartie einschließlich des Heckstevens. Der ganze Fund war von mehreren Stücken eines insgesamt über 30 m langen geflochtenen Taues aus Moos umwickelt.

Das erhaltene Heckteil ist etwa 4,50 m lang. Der untere Teil ist aus einem eichenen Einbaum, also einem einzigen großen Baumstamm herausgearbeitet. Dieser Einbaum, aus dessen vollem Holz auch die beiden Steven gearbeitet waren, nahm die Funktion eines Schiffskiels ein und bildete das Rückgrat des gesamten Fahrzeuges. Anhand der gefundenen Fragmente ließ sich eine zweifelsfreie Bestimmung des Schiffes, betreffend Konstruktionstechnik und Bautypologie, vornehmen. Beiden geborgenen Stücken handelte es sich um Reste der hintersten und untersten Baugruppen eines Kogge-Hecks. An dem Einbaum waren mehrere Plankengänge aufgesetzt. Somit stellte das Wrack eine Übergangskonstruktion zwischen einem Einbaum und einem aus Planken zusammengesetzten Schiff dar und war deshalb entwicklungsgeschichtlich eindeutig früher als die Hansekogge von 1380 anzusiedeln.Aufgrund der Fundstücke berechnete man eine etwaige Gesamtlänge des Schiffes von 12 Metern, und eine Breite von mindestens 4 Metern.

Eine genaue zeitliche Einordnung des Fundes war anfangs schwierig. Aufgrund einer Altersanalyse des verwendeten Holzes schloss man, dass das Schiff etwa um 1220 gesunken sein musste. Da an den geborgenen Wrackteilen aber mehrere Reparaturen und Kalfaterungen nachzuweisen waren, musste davon ausgegangen werden, dass das Schiff zu diesem Zeitpunkt bereits alter war. Letzte Erkenntnisse sprechen von einem Baudatum um 1170 (plus/minus 10 Jahre), auf jeden Fall aber in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Das eigentlich Sensationelle an dem ganzen Fund aber war eine metallene Öse für das typische Heckruder der Koggen. Um den Ansatz des Achterstevens war ein starker, korrodierter, etwa 2,5 cm. breiter Eisenbeschlagring herumgeführt, der hinter dem Steven eine etwa 8 cm. weite Öse bildete. Weiter nach oben hin werden ähnliche Ösen angebracht gewesen sein, in die ein Heckruder eingehängt werden konnte. Eine der ältesten Darstellungen einer Kogge mit Heckruder ist auf dem Siegel von Wismar zu sehen, das um 1250 entstand. Die in Bremen gefundene Kogge ist aber beinahe einhundert Jahre älter. Somit musste die Einführung des Heckruders für Koggen auf die Mitte des 12. Jahrhunderts vorverlegt werden eine wichtige Erkenntnis für die Technikgeschichte des Schiffbaus. Die SchlachteKogge wurde ins Deutsche Schifffahrtsmuseum Bremerhaven gebracht und konserviert, ist aber dem Publikumsverkehr nicht zugänglich.

Vorsetzung folgt.

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