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Nur mit einer Harpune auf illegalem Walfang in Deutschland

Beschreibung der Tranbrennerei: Wenn der zerteilte Walfischspeck zur Tranbrennerei gebracht wird, so werden die Fässer der in Grönland zerschnittenen Speckstücke (a) in die kupferne Pfanne (b) getan und unter Kochen gerührt (c) bis man nach stundenlangem Kochen das Fett mit Löffeln schöpfen kann, welches in den mit einem Rost versehenen Trog (d) woraus es von dort in andere mit Wasser gefüllte Tröge läuft und abkühlt. Aus dem letzten schüttet es der Küfer in die Fässer (e). Ein Walfisch lierfert 45 - 50 solcher Fässer.
  • 12 / August 2017
  • 21:18

Schon vor 7.000 Jahren wurde Jagd auf Wale gemacht; dies belegen Felszeichnungen und Knochenfunde in Asien. Höhlenmalereien in Skandinavien stützen eine jahrtausendealte Praxis des Walfangs auch in Europa. Die Inuit Nordamerikas jagen traditionell Wale, etwa mit aus Kajaks geworfenen Speeren. Im 12. Jahrhundert bejagten die Basken intensiv den kleinen Grindwal und den Atlantischen Nordkaper, der daraufhin in dieser Region ausstarb. 

Als dann 1583 William Poole und 1596 Willem Barents bei Spitzbergen ein reiches Vorkommen an Grönlandwalen entdeckten, begannen 1611 Engländer und 1612 Niederländer eine umfangreiche Jagd auf Wale, der sich 1644 deutsche Schiffe aus Hamburg und Altona und 1653 die Bremer anschlossen. Dazu wurde 1653 in Bremen eine „Grönland Compagnie“ gebildet, die 1656 konkurs ging und 1674 neu gegründet wurde. Als „Grönland“ bezeichnete man damals allerdings das gesamte Nordmeer nördlich etwa der Shetland Inseln, also nördlicher als 60° Breite. Das Fahrtgebiet erstreckte sich bis Spitzbergen auf ca. 80° Nord. 

Der Walfang war äußerst riskant, die Verlustrate an Schiffen und Mannschaften betrug ca. 40%. Mehr als einmal kam ein Walfangschiff auch ohne Beute von seiner etwa halbjährigen Expedition zurück. In Kriegszeiten ist es zudem vorgekommen, dass Schiffe ihre Beute an Seeräuber verloren. (Schweden im Dreißigjährigen Krieg, später England und Frankreich.) Hatte ein Walfänger jedoch Beute gemacht, dann war der Verkauf dieser in Bremen äußerst lukrativ, und konnte den Kapitän bereits nach einer einzigen erfolgreichen Reise zum wohlhabenden Bürger machen, der sich getrost zur Ruhe setzen konnte. In Vegesack entstand damals eine Reihe von Kapitänsvillen, die den erworbenen Wohlstand in Szene setzten.

Das Segeln ins Eis und Suchen des Wals
Das Harpunieren des Wals

Holländer und Bremer setzten anfangs auch Fleuten zum Walfang ein, obwohl dieser Schiffstyp nicht wirklich für den Nordatlantik tauglich war. Man jagte den Wal von Ruderbooten aus, die sechs bis acht Mann Besatzung trugen, und erlegte ihn mit Handharpunen und Lanzen. Eine Fleute besaß meist ein derartiges Beiboot, spätere größere 

Schiffstypen bis zu fünf. Der erlegte Wal wurde dann längsseits des Walfangschiffes geschleppt und dort abgespeckt („flensen“ genannt). Alles Übrige überließ man den Möwen und Raubfischen.

Eine Fleute auf Walfang hatte bis zu 100 Mann Besatzung, die meisten waren nach der Jagd mit eben diesem Flensen beschäftigt. Die Besatzung einer Walfangfleute wurde aus Fischern zusammengestellt, die häufig aus Ostfriesland und von den friesischen Inseln stammten. Fischer waren mit den anfallenden Arbeiten eher vertraut, als ein Handelsschiffmatrose.

Die Arbeitsbedingungen waren allerdings katastrophal. Die Mannschaft schlief im Laderaum, einem feuchten, schwer zu lüftenden, ungeheizten und kaum beleuchteten großen Raum. Der Boden war mit Granitblöcken als Ballast bedeckt, um das Schiff seetüchtig zu halten.

Wenn geflenst werden mußte, wurde vermutlich rund um die Uhr gearbeitet. Man nutzte dabei aus, daß die Sonne im Sommer in nördlichen Breiten lange am Himmel steht und fast rund um die Uhr für Tageslicht sorgt.

Die Verpflegung war hingegen karg. Es gab lediglich kalte Speisen, in der Hauptsache Schiffszwieback und ranziges Pökelfleisch. Was es auf Fleuten auf Handelsfahrt selten gab, auf Walfängern kam es regelmäßig vor: Skorbut. Eine gefürchtete Mangelerkrankung, die bei anhaltendem Fehlen von Vitamin C nach zwei bis vier Monaten auftritt. Sie führt zu Zahnfleischbluten, Gelenkschmerzen und weiteren Symptomen. Nach einiger Zeit fallen die Zähne aus. Dauert der Vitaminmangel weiter an, kann Skorbut tödlich enden.

An Heuer soll solch ein Arbeiter um das Jahr 1700 monatlich 5 Taler zuzüglich einer Erfolgsprämie bei Rückkehr in den Heimathafen erhalten haben, das kann ein Vielfaches der Heuer eines Handelsschiffmatrosen bedeuten. Trotzdem war es stets schwierig, Besatzungen für Walfangschiffe aufzustellen, da solche Reisen leicht zum Himmelfahrtskommando werden konnten. (Verlustrate an Schiffen und Mannschaften betrug ca. 40%.) Dieser Umstand rief selbstständige Agenten hervor, die in den Hafenkneipen und Bordellen nach geeigneten Männern „warben“ und sie, gegen Honorar versteht sich, an die Kapitäne verschacherten. Das waren die ersten Arbeitsvermittler, wenn man so will.

Der Wal wird ans Schiff gerudert
Das Trankochen vom Walspeck

Aus dem Speck, aber auch aus dem Muskelfleisch wurde der Tran herausgekocht. Der Tran des Wals war ein wichtiger Grundstoff für Lampenöl. Die künstliche Straßenbeleuchtung in den Städten benutzte Waltran. Daneben wurden aus ihm Seifen, Salben, Farben sowie Nitroglycerin, Schuh- und Lederpflegemittel produziert. Aus den Barten der Bartenwale, bevorzugt des Blauwals, wurde ab dem 17. Jahrhundert Fischbein hergestellt, aus dem Korsetts, Regenschirme u.ä. erzeugt wurden.

Weitere Walprodukte waren das in seinem Kopf enthaltenen Walrat sowie das seltene Ambra. Ambra, das aus den unverdaulichen Resten von Riesenkalmaren im Darm des Pottwals besteht, war ein wichtiger Grundstoff der damaligen Parfümindustrie. Der Walrat eignete sich zur Herstellung von besonders hell brennenden Kerzen, Kosmetika und als Schmiermittel.

Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gingen die Bestände im Nordmeer zurück, so dass die Erträge der Schiffseigner sanken. Nun kamen auch Expeditionen in die Antarktis auf. Nach 1798 gingen daher keine Bremer Schiffe mehr auf Walfang. Ab ca. 1840 verlor Waltran durch die Einführung von Petroleum endgültig an Bedeutung, Barten waren aber weiterhin bis zur Erfindung von elastischen Kunststoffen (z.B. Nylon, ab 1935) begehrt.

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    Paul test
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