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Bremen wird Hansestadt

  • 23 / Oktober 2017
  • 23:36

Als 1358 bremische Kaufleute das Embargo der Hanse gegen Flandern unterliefen, einer der ihren, Johann Hollemann, auf eigene Faust mit Hilfe gedungener Seeräuber einen Seekrieg gegen Hamburger Schiffe begann und die friesischen Häuptlinge entlang der Unterweser-raum wieder den bremischen Schiffsverkehr behinderten, sah sich der Bremer Rat gezwungen, auf seine Kaufleute einzuwirken und diese zur Beachtung der hansischen Gesetze anzuhalten. Wenig Begeisterung kam sicherlich bei den Eintrittsbedingungen auf, nach denen Bremen in den ersten Jahre keine Vollmitgliedschaft gewährt wurde bzw. die Bremer einen bewaffneten Beitrag für den Schutz der Schifffahrt auf der Elbe und im fernen Sund leisten sollten. Während die Hanse ihrerseits die Bremer Bestrebungen zur Unterwerfung der Friesen im Unterweser-raum unterstützte und nach der gewaltsamen Machtübernahme und Vertreibung des Rats durch den Erzbischof gegen diesen und seine mit ihm verbündeten „Verräter 1366 mobil machte, erlaubte sich andrerseits die Hansestadt an der Weser bisweilen Eigenmöchtigkeiten: so bei der Entsendung einer Hanse-Expedition nach Ostfriesland im Kampf gegen die Seeräuber um 1400 ebenso wie bei den Auseinandersetzungen mit Holland, Flandern und Burgund zwischen 1442 und 1446.

Die anderen Hansestädte zögerten nicht, deutlich Partei zu ergreifen, indem sie auch keinen Halt vor Eingriffen in die innerstädtischen Auseinandersetzungen machten. So wurde Bremen 1427 verhanst, d.h. von jeglicher Zu-und Ausfuhr abgeschnitten, als in einer Art „Revolution" der alte Rat aus der Stadt gewiesen wurde. Erst sechs Jahre später konnte der alte Rat mit Waffengewalt wieder seine Ämter wahrnehmen, was mit einer Aufhebung der Hansesanktionen verbunden war. Insgesamt gesehen, machte sich Bremens Beitritt zu Hanse jedoch schon bald bezahlt, obwohl die Hansestadt an der Weser anfangs nur eine Mittelposition im Städtebündnis einnahm, stets jedoch bei den Entscheidungen einen Platz unter den ersten Drei beanspruchte. Um 1400 erlangte Bremen nach Jahren handelswirtschaftlichen Aufschwungs und militärischer Siege eine Zeit wirtschaftlicher Blüte, die sich in der Errichtung des steinernen Rolands 1404 genauso wie im Bau des gothischen Rathauses 1405 ausdrückte. Die formal noch erzbischöfliche Landstadt wurde mit eigenem Stadtrecht und städtischer Selbstverwaltung von einer Oberschicht aus ratsfähigen Familien regiert, die fortan ein loyales Verhältnis zum Städtebund pflegten.

Zwischen 1439 und 1494 fanden 4 Hansetage in Bremen statt. Leider ist nicht überliefert, welche aus welchen Städten danach an der Schlachte lagen. Erst die aufkommende merkantilistische Politik der großen Flächenstaaten England, Burgund und Rußland und die Verlagerung des Welthandels nach Westen im Gefolge der Entdeckung Amerikas wie auch die unterschiedlichen Bündnisse der Hansestädte in den religiösen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts machten die hansischen Sonderrechte wirkungslos und ließen das Städtebündnis zerfallen. Nachdem eine letzte Tagfahrt 1629 im Dreißigjährigen Krieg nicht mehr zustande gekommen war, wurden Lübeck, Hamburg und Bremen mit der Wahrnehmung der hanseatischen Interessen beauftragt. Ein letzter Hansetag im Juli 1669 verlief ergebnislos. So wie es keine Gründungsurkunde für die Hanse gab, so wurde auch keine offizielle Auflösungserklärung unterzeichnet. Traten die „communi Hansae teutonicae” beim Nimweger Friedenskongreß 1679 ein letztes Mal in Erscheinung trat, war das Städtebündnis bereits faktisch tot. Die drei norddeutschen Hansestädte blieben Rechtsnachfolger der Hanse. Sie führten den Hansemythos und den Hansestolz fort bis sie dann 1813 offiziell den Titel „Freie Hansestadt" wieder aufnahmen, den sie noch heute führen. Gemeinsame hanseatische Einrichtunge existieren heutzutage nicht mehr und nur Hamburg und Bremen sind auch nach der Gründung der Bundesrepublik selbständige Bundesländer geblieben. Auch vermeintliche „hanseatische" Attribute, wie weltoffen, nüchtern, reserviert und korrekt, haben sich durch die vergangenen 200 Jahre eher als Mythos oder selbstzugeschriebene Adelstitel erwiesen, denen kaum ein gelebtes Verhalten gegenüberstand. Somit bezeichnet das Hanseatische mittlerweile eher eine regionale Herkunft und kündet von einer lang untergegangenen verlorenen Zeit, die nicht selten benutzt wird, um die Vergangenheit zu verklären.

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